In dieser Sonderreihe meines Blogs „Was meinst du?“ stelle ich dir ein paar Bücher, die ich im Jahr 2024 gelesen habe.
Diesmal geht es um den Unglauben.
Der Unglaube wird gern als Gegenteil vom Glauben verstanden: entweder glaubt man oder eben nicht. Was dabei übersehen wird?
Wird der Glaube als Prozess, also nicht einfach als Einstellung, sondern als Lebenswandel verstanden, ist der Unglaube Teil dieses Prozesses. Er senisbilisiert uns dafür, dass wir nicht allzu schnell mit Gott fertig sind, indem wir ganz genau wissen, wie er ist.
(Genauso, wie eine bestimmte Form des Atheismus viel zu schnell mit Gott fertig ist, indem feslsenfeststehen soll, dass er nicht ist.)
In diesem Zusammenhang möchte ich drei Bücher erwähnen, die ich 2024 gelesen habe:

Der obdachlose Gott von Eugen Biser
Er möchte zeigen, dass Glaube und Unglaube zusammengehören. Der Mensch wird so sehr mit der übermäßigen Liebe Gottes überschüttet, dass es für ihn nicht zur Freude, sondern zur Enge werden kann. Jede Umarmung kann auch einengen. Und diese Enge fürht Biser dann auch zum Thema der Lebensangst. Der Glaube beinhaltet also die Distanznahme zu Gott und zugleich die Angst, nicht man selbst sein zu können.

Atheistisch glauben, von Hartmut von Sass
Er lehnt den Theimus ab. Darunter versteht er kurz gesagt eine Vorstellung, die Gott als Person irgendwo im Jenseits denkt. Demgegenüber möchte er Gott aber nicht als Person denken. Daher bezeichnet er sich als A-Theist. Seine Ansicht kann auf den Punkt gebracht werden: Wir glauben nicht an Gott, sondern in Gott. Gott und der Glaube wird zu einer Perspektive, die wir auf die Welt haben.

Der neue Atheismus von Gregor Maria Hoff
Dieses Buch stellt den dritten Band einer reihe über Religionskritik und Atheismus dar. Die leitende Grundthese dieses Buches: In den letzten Jahren hat sich ein Atheismus entwickelt, der durch das Vermissen Gottes gekennzeichnet ist. Man glaubt nicht mehr an Gott, vermisst ihn aber.